TESTIMONIO CREYENTE DE UN FUTBOLISTA
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FUSSBALL  / Brasiliens Lucio wirbt für Gott
Die Gläubigsten werden Weltmeister“
KLAUS RÖSLER

Fachleute halten ihn für einen der besten Abwehrspieler der Welt: den Brasilianer Lucio vom FC Bayern München. Sportreporter nennen ihn wegen seiner kompromisslosen Spielweise „das Tier“. Doch seine Liebe gilt nicht nur dem Fußball, seiner Frau Dione und den beiden Kindern Victoria und Joa Victor, sondern auch Gott. Der 28-Jährige ist engagierter Christ – und wenn möglich auch Missionar auf dem Spielfeld. Wo andere Mannschaften nach einem Sieg ausgelassen feiern, treffen sich die Brasilianer schon mal noch auf dem Platz zum gemeinsamen Gebet. Wie vor einem Jahr beim Konföderationen-Cup in Frankfurt am Main, den Brasilien mit 4:1 gegen Argentinien gewann. Da fielen alle Spieler auf die Knie, umarmten sich und beteten im Kreis das Vaterunser. Sechs der Spieler zogen ihre Trikots aus. Darunter trugen sie T-Shirts mit der Aufschrift „Jesus liebt dich“ in sechs Sprachen. „Damit wollte ich einfach vor der ganzen Welt bekennen, dass mein Dank an Gott allein gerichtet war – aber ich wollte damit auch ausdrücken, dass andere Menschen dieselben Erfahrungen machen können, wie ich sie mit Gott erlebe“, sagte Lucio, der mit bürgerlichem Namen Lucimar da Silva Ferreira heißt. Schon 2002 hatten die brasilianischen Kicker bei der Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan ähnliche Aktionen gezeigt. Als sie im Endspiel Deutschland besiegt hatten, wurden die T-Shirts ebenfalls vorgeführt: „Pastor Anselmo, der unser Team seelsorgerlich begleitet, hatte die Idee.“ Die Christen in der Mannschaft hätten mit der Aktion „etwas für Gott“ tun wollen, sagt Lucio heute. Auch wenn sie verloren hätten, hätten sie das Glaubensbekenntnis gezeigt: „Das hatten wir vor dem Spiel beschlossen. Jesus soll immer Ehre gegeben werden, in guten wie in schlechten Zeiten.“

Für den Verteidiger ist klar, dass jenes Team die Weltmeisterschaft für sich entscheiden wird, „das Gott die meiste Ehre gibt“. Nach dieser Kategorie stehen die Chancen für die Brasilianer nicht schlecht. Sieben evangelikale Christen, die mit Lucio den missionarisch geprägten Glauben teilen, sind mit dabei.

Bei ihm steht der Glaube in enger Beziehung zu einer Karriere als Fußballer. Seinen Glauben verdankt er seiner Mutter. Sie hat ihm biblische Geschichten erzählt und davon, dass Gott die Menschen liebt. Weil sie ihren Glauben vorlebte, ließ sich der Sohn taufen lassen. Doch auch seine Fußballkarriere verdanke er Gott, sagt er: „In Brasilien gibt es unglaublich viele Fußballtalente. Da muss schon etwas Verrücktes passieren, damit man entdeckt wird.“ Er hat dafür gebetet, Fußballer zu werden. Als er bei International Porto Alegre eine Chance bekam, sei ihm klar gewesen, dass er das Gott zu verdanken habe.

Auch wenn er nicht für Brasilien spielt, betet er regelmäßig, bevor er auf den Rasen geht: „Für Schutz und dafür, dass ich als Diener Gottes ein gutes Beispiel sein kann.“ Und wenn er mit seiner Mannschaft verliert, ist der Glaube an Gott ebenfalls eine Hilfe: „Ich gehe dann zuerst zu Gott und bitte ihn, dass er mir Geduld schenkt.“ Sein Glaube, ist er überzeugt, hat ihn stark verändert. Er findet sich viel ruhiger als früher: „Ohne Gott hätte ich keine Geduld.“

(aparecido en Reinischer Merkur, 22.06.2006)